Verwendung von Titandioxid in Kosmetikprodukten

20. April 2022


Titandioxid wird in Lebensmitteln ab Sommer 2022 in der Schweiz und in der EU verboten, nachdem die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA (European Food Safety Authority) Titandioxid als Lebensmittelzusatzstoff neu bewertet hat. Die Experten der EFSA kommen zum Schluss, dass Titandioxid als Lebensmittelzusatzstoff nicht länger als sicher bewertet werden kann. Die EFSA betont hierbei ausdrücklich, dass diese Bewertung von Titandioxid nur für Lebensmittelzusatzstoffe und nicht für andere Verwendungen gilt.

Titandioxid wird auch in einigen kosmetischen Produkten eingesetzt – in Hautpflegeprodukten und dekorativer Kosmetik wie beispielsweise in Make-up oder Lippenstiften als Weisspigment, daneben auch in Zahnpasten und als UV-Filter  in Sonnenschutzmitteln. Titandioxid ist in der Schweizer und in der EU-Kosmetik-Verordnung ausdrücklich zugelassen, unter Einsatzbeschränkungen und Reinheitsanforderungen.  Basis dafür sind entsprechende Bewertungen des wissenschaftlichen Ausschusses für Verbrauchersicherheit SCCS (Scientific Committe on Consumer Safety). Sorgfältige Sicherheitsbewertungen der Hersteller sorgen dafür, dass auch das in Zahnpasten enthaltene Titandioxid keine gesundheitliche Gefährdung darstellt – selbst im Falle des Verschluckens kleinerer Mengen. Auch bei einer Verwendung von Titandioxid in Lippenstiften sorgt eine entsprechende Rohstoffauswahl und die Sicherheitsbewertung des Herstellers dafür, dass die verschluckten Mengen gesundheitlich unbedenklich sind.

Die Sicherheit der Verbraucher hat für die Kosmetik-Industrie oberste Priorität. Es ist das Anliegen der Hersteller, den Verbrauchern nur sichere und wirksame Produkte anzubieten. Dafür sorgen auch umfangreiche und streng kontrollierte Kosmetik-Gesetzgebung und die Sicherheitsbewertungen von Experten. Die Hersteller und der SKW verfolgen die wissenschaftliche Diskussion weiterhin sehr aufmerksam. Cosmetics Europe, der europäische Dachverband der Kosmetikindustrie, stellt derzeit wissenschaftliche Daten zur Verwendung von Titandioxid in kosmetischen Produkten mit dem Fokus auf orale Exposition zusammen, die dem SCCS zur Bewertung vorgelegt werden.

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