Umstellung auf die neue Einstufung und Kennzeichnung (GHS/CLP) – Eine Herausforderung für Hersteller, Handel und Anwender

22. Dezember 2014


In den letzten Jahren übernahm die Schweiz laufend neue chemikalienrechtliche Rahmenbedingungen der Europäischen Union. Auf 1. Juni 2015 tritt eine weitere Neuerung (Anpassung der CLP Verordnung) in Kraft. Diese ändert die Einstufung und Kennzeichnung von Wasch- und Reinigungsmitteln. Auch für Aerosole ist die Kennzeichnungsumstellung gemäss Aerosolpackungsverordnung mit den gleichen Übergangsregelungen vorgesehen. Diese Kennzeichnungsänderung betrifft damit zeitgleich neben Chemikalien auch kosmetische Mittel, welche als Aerosol verpackt werden.

Der SKW setzt sich seit einiger Zeit proaktiv mit den neuen Anforderungen auseinander, um eine fristgerechte Umstellung zu gewährleisten und Handel sowie Konsumenten rechtzeitig über die Neuerungen zu informieren.

Fristgerecht bedeutet, dass

  • ab dem 1. Juni 2015 neu produzierte Produkte gemäss der CLP-Verordnung einzustufen und zu kennzeichnen sind. Bewusst wurde auch eine Abverkaufs-Regelung aufgenommen, um ein aufwändiges Überkleben der Kennzeichnung bzw. ein Vernichten der Ware zu vermeiden. 
  • Produkte, die noch auf Basis der „alten Regelungen“ eingestuft und gekennzeichnet („orangefarbene Symbole“) sind, dürfen bis 31. Mai 2017 weiterhin rechtskonform verkauft werden. 

Diese Übergangsfrist hat zur Folge, dass Produkte rechtmässig bis 2017 weiterhin an den Handel geliefert und von diesem an Endkonsumenten verkauft werden können. Konsumenten und Endanwender können alt gekennzeichnete Produkte unbefristet weiterverwenden.

Trotz intensiver Bemühung der Branche, die Arbeitsabläufe im Handel und die Verwendung beim Konsumenten möglichst wenig durch die Umstellung auf die CLP-Verordnung zu beeinflussen, können die neuen, teilweise strengeren Regeln trotz unveränderter Rezeptur in Einzelfällen zu einer geänderten Einstufung führen.

Diese Tatsache ist auch bei den Regelungen zur Abgabe in Selbstbedienung zu beachten. Seitens der Behörden wird an einer Anpassung der Selbstbedienung in der ChemV gearbeitet. Dabei soll es möglichst nicht zu einer Erweiterung der Einschränkungen bei der Abgabe in Selbstbedienung kommen. In diesem Sinn ist auch die Intention aller Beteiligten zu verstehen, dass Produkte, die künftig aufgrund der Gefahr ernster Augenschädigung ebenfalls mit dem «Korrosiv» - Symbol zu kennzeichnen sind, weiterhin ohne zusätzliche Massnahmen an den Konsumenten abgegeben werden können.

Gerade in der jetzigen Umstellungs- bzw. Übergangsphase gilt es, dass sich alle Beteiligten (Industrie, Handel aber auch Endkonsumenten) mit den neuen Gefahrenmerkmalen sorgfältig auseinandersetzen. Neue Piktogramme, detaillierte Gefahren- und Sicherheitshinweise geben dem Konsumenten Auskünfte zur sicheren Anwendung von Chemikalien.

Wichtig ist in jedem Fall, dass vor Gebrauch eines Produkts das Etikett gelesen, die Gebrauchsanweisung und die empfohlenen Schutzmassnahmen beachtet und alle Produkte ausserhalb der Reichweite von Kindern aufbewahrt werden. 

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